Vor der Sitzung der Europäischen Zentralbank (EZB) sollten die deutschen Börsenanleger vorerst vorsichtig sein. Rund eine Dreiviertelstunde vor Handelsbeginn verzeichnete der X-Dax (DAX 30) für die deutsche Benchmark einen leichten Rückgang um 0,11% auf 12.019,15 Punkte. Auch für den EuroStoxx 50 (EURO STOXX 50) zeichnet sich ein leichter Rückgang ab.
Der Dax kämpft seit einer Woche mit dem großen psychologischen Hindernis, das er zum ersten Mal seit April überwunden hat. Am Vortag hatte der Benchmark die Grenze wieder überschritten, aber Marktexperten halten einen Rückgang auf 11.700 Punkte für möglich.

Die heutige Entscheidung der EZB über die Leitzinsen sollte jedoch keine großen Impulse geben. „Die Anleger sind besonders daran interessiert, wie die EZB das Geld aus fälligen Anleihen reinvestieren wird“, schrieb Thomas Altmann vom Asset Manager von QC Partners. Es ist davon auszugehen, dass die Zentralbanken den Leitzins unverändert auf dem seit zwei Jahren bestehenden Rekordniveau von Null Prozent halten werden. Die Frage ist, wie wir mit dem Anleihenkaufsprogramm in Höhe von mehreren Milliarden Dollar vorgehen sollen. Es wird vereinbart, dass die EZB das Volumen ab Oktober auf 15 Mrd. EUR pro Monat reduziert. Einige Beobachter sind sogar der Meinung, dass es möglich ist, die Käufe bis zum Ende des Jahres endgültig einzustellen.
Neben der EZB-Sitzung und der Entscheidung der Bank of England über die Zinssätze werden die Anleger wahrscheinlich die heute von der türkischen Zentralbank in Ankara abgegebenen Erklärungen berücksichtigen. Die zentrale Frage wird sein, ob sie in der Lage sein wird, das durch die steigende Inflation verlorene Vertrauen in die Schwellenländer wiederherzustellen. Obwohl das Problem der Schwellenländer in jüngster Zeit die Aufmerksamkeit der Anleger auf sich gezogen hat, könnten anhaltende Verbrennungen bald zu einer Quelle von Problemen für die Aktienmärkte werden.

Der Handelsstreit zwischen den USA und China scheint das Haupthindernis für die lokalen Märkte zu sein. In letzter Zeit gibt es auch hier einen Hoffnungsschimmer: Die Vereinigten Staaten haben Peking eine neue Runde von Handelsgesprächen angeboten. Die Wall Street schaffte es jedoch nur kurz, die Nachrichten zu beleuchten. Dort sind die Preise auf dem deutschen Markt nach Abschluss der Verhandlungen leicht gefallen, so dass es im Moment keinen Funken gibt, so dass man dort den Dax nicht sehen kann. Am Donnerstag gab es keine einheitliche Entwicklung an den asiatisch-pazifischen Börsen.
Nach jüngsten Spekulationen über eine Fusion mit der Commerzbank etabliert sich die Deutsche Bank wieder im Geschäft: Laut einem Bericht des Wall Street Journal ist ein chinesischer Staatsfonds daran interessiert, den langweiligen HNA-Konzern in die Deutsche Bank zu investieren. Ein Trader bezeichnete die Nachrichten als leicht positiv für die Aktie. Die Nachrichtenagentur Bloomberg wies auch darauf hin, dass das Finanzinstitut eine Holdingstruktur in Bezug auf eine Person in Betracht zieht, die das Thema kennt.
Am Morgen müssen die Investoren die Verkehrsdaten des Flughafenbetreibers von Fraport verarbeiten. Im Laufe des Tages werden die Verkaufsdaten des Automobilherstellers BMW für den vergangenen Monat erwartet.
Der Lebensmittelhersteller Delivery Hero legte die endgültigen Daten für das zweite Quartal aus der vollen Größe der Börse vor und begann einen guten Start im dritten Quartal des Jahres. Das junge Unternehmen Rocket-Internet gab unterdessen einen weiteren Börsengang eines Unternehmens in seinem Portfolio mit dem Möbel-Online-Händler Westwing bekannt. Raketenaktien stiegen vor dem Börsengang an